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Wie du liebevolle Schimpfwörter erfindest

Die Liebe zu den Schimpfwörtern

Den Anstoß zum kreativen Schimpfen haben mir meine Eltern schon früh gegeben. Wenn sie alle heiligen Jahre ihre Nerven verloren, bedachten sie mich mit eigentlich recht freundlich klingenden Tiernamen wie: Schnepfe, Ziege oder Kröte. An anderen Tagen war ihnen mehr danach, auf die Namen bestimmter Nahrungsmittel zurückzugreifen, meistens hörte ich dann: Gurke, Blunzn (Blutwurst) oder Wiaschtl (Würstchen).

Eine eigene Sammlung

Ich hatte also das Glück, mit einem reichen Schatz an Schimpfwörtern aufzuwachsen. Das war mir im Alter von zehn Jahren schon bewusst, deswegen legte ich damals ein kleines Büchlein an, in dem ich die besonders schönen Ausdrücke von den Nachbarskindern usw. festhielt (Duden hat mir das übrigens nachgemacht). Damals bildete ich mir viel darauf ein, so individuell und treffend schimpfen zu können. Oft erntete ich aber verständnislose Blicke von meinen Kindheits-Feinden, was mir wieder einen Zeitvorsprung einbrachte, in dem ich mir ein neues Wort ausdenken konnte.

Bis heute erweitere ich meinen Schimpf-Wortschatz ständig und bedenke die Menschen in meinem Leben jeweils mit persönlichen und liebevoll erfundenen Ausdrücken. Damit du ebenfalls so viel Freude beim Beschimpfen deiner Mitmenschen hast wie ich, teile ich mit dir heute meine Strategie.

Als Basis benutze ich noch immer gerne das Vokabular, das mir meine Eltern unfreiwillig beigebracht haben: Namen von Tieren und Nahrungsmitteln. Dann kombiniere ich sie beliebig.

Tier+Tier, Essen+Tier, Essen+Essen usw.

Hier einige meiner beliebtesten Kreationen:

Gurkenfisch, Hirschknödel, Krötenfisch (merke: Fisch scheint besonders tauglich), Speckdrache, Ziegenbär, Mauseschwein

Anzumerken ist hierbei, dass das Schimpfwort eine zärtlichere Wirkung entfaltet, wenn es  für nur eine Person genutzt wird. Ich rate zur Vorsicht, sonst wird aus einer ehrlichen Beschimpfung bald ein neuer Kosename.

Habt ihr selbst einige hörenswerte Wort-Spiele zu bieten? Ich würde mich freuen, sie hier zu lesen. 🙂

 

 

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9 Comments

  • Reply
    KaterBilla
    Februar 17 at 11:22

    Meine Lieblingserfindungen:

    Schweinshaxn junior
    Sauhaxn senior
    Heizkörperschwein (Alf Poier-inspiriert)
    Atomvaseucht junior

    Und normale Beschimpfungen mit dem Adjektiv „atomar“ vorangestellt.

    NARF

    • Reply
      Effi Lind
      Februar 17 at 11:24

      😀 Das ist der Grund, warum ich Schimpfwörter liebe. Die Sauhaxn find ich super.

  • Reply
    Thomas Faber
    Februar 19 at 8:40

    Ich glaube, ich komme in dieser Hinsicht aus einer ähnlichen Familie. Das mit den Tieren und dem Essen kann ich bestätigen. Die eignen sich sehr gut für Wortkombinationen. Hier einige, die ich kenne:

    Speckbär
    Haferkloß
    Quetschkommode
    Motzbär

    • Reply
      Effi Lind
      Februar 19 at 8:57

      Speckbär klingt gut. Speck macht sich in Kombinationen überhaupt toll :P.

  • Reply
    Petra Robinson
    Februar 19 at 12:46

    Also ich nennen meinen mann gerne : hasenaerschel .. warum weiss ich nicht, hoert sich lieb an. oder?
    Da ich mit einem englander verheiratet hoere ich englishe * Kosenamen * wie z.b : You daft old trout .. was mit viel liebe in der stimme und einem laechen gesprochen wird, meist wenn ich was dummes gemacht habe wie kaffee verschuetten oder auch was doofes gefragt oder gesagt habe.
    Auf deutsch : Du dumme forelle ..

    • Reply
      Effi Lind
      Februar 19 at 12:55

      Die Forelle gefällt mir. Mit meinem Freund spreche ich auch Englisch, vielleicht lässt sich da was erfinden. Schönen Sonntag! 🙂

  • Reply
    Wie du liebevolle Schimpfwörter erfindest – Vademekum – Wag 'n Bietjie
    März 14 at 17:36

    […] Source: Wie du liebevolle Schimpfwörter erfindest – Vademekum […]

  • Reply
    Sabrina
    März 25 at 22:08

    hihi… i like mauseschwein! 🐭😁🐽 hab glaub ich schon eine verwendung dafür!

    • Reply
      Effi Lind
      März 26 at 23:20

      Ja, das finde ich süß 🙂

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