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Wie man Horror schreibt – Lovecraft
Schreibinputs

#Schreibinputs: Diabolische Horrorgeschichten schreiben – Halloween Special

Halloween ist DIE Zeit, um deine Freunde mit mit einer gruseligen Geschichte zu überraschen. Ein Raum voll Dunkelheit. Du. Zuhörer. Eine Geschichte. Das ist der perfekte Auftakt für einen stimmungsvollen Halloween-Abend. Inspiration gefällig? In diesem Post zeige ich dir, wie du stimmungsvolle Horrorgeschichten schreiben kannst.

Ehrlich gesagt, das Gruseligste, das ich bisher gelesen habe, sind die Texte des Marquis de Sade. Ich habe lange daran gezweifelt, dass Literatur noch Angst auslösen kann. Wie soll ein Buch mit Filmen wie The Ring, The Exorcist usw. mithalten? ABER: Meine neue Bett-Lektüre hat mich davon überzeugt, dass ein Buch Ich-trau-mich-nicht-das-Lich-auszuschalten-Potential hat. Es kommt dabei auch auf die Fantasie des Lesers an.

Du hast dich noch nicht an Horror-Literatur herangetraut? Dann lege ich dir einen Klassiker ans Herz. – Nein, nicht Edgar Allen Poe. Allerdings ist der Autor, von dem ich spreche, ein großer Liebhaber Poes. Das ist nicht zu übersehen, er zitiert oder erwähnt sein Vorbild in gefühlten 99% seiner Texte. Also – Ausschau halten nach dem Poe-Easter-Egg.

 

H.P Lovecraft.

Horrorgeschichten schreiben – H. P. Lovecraft

(1890 – 1937)

Gute Horrorgeschichten schreiben: H. P. Lovecrafts 3 Grundpfeiler des Grauens 

Lovecrafts Texte triefen vor Adjektiven. Dennoch ist es unmöglich, diese Bücher aus der Hand zu legen. Er hält sich nicht durchgehend an die vielzitierte Schreibregel „Show, don’t tell“, sondern schreibt seine Geschichten oft als deskriptive Berichte. Wie macht er es also, dass seine Storys noch heute als Klassiker des Horrors gelten und immer wieder aufgelegt werden? Mir sind drei Punkte aufgefallen, die Lovecraft nutzt, um seine Leser erzittern zu lassen. Diese drei Anhaltspunkte helfen dir dabei, wenn du diabolische Horrorgeschichten schreiben willst.

 

1. Die Wahl eines stimmungsvollen Ortes

Horrorgeschichten schreiben

H. P. Lovecrafts Geschichten spielen sowohl an erfundenen Orten als auch an tatsächlich existierenden. Im Falle der Erzählung Das Grauen von Dunwich existiert die Vorlage tatsächlich. Dunwich ist eine uralte und mystische Stadt an der Küste von Ostengland.
Das Wort Dunwich stammt aus dem Keltischen und bedeutet so viel wie tiefes Wasser – ein schicksalshafter Name. Denn die Stadt wurde im Laufe der Zeit  vom Meer verschlungen. Sie liegt nun Großteiles unter Wasser, nur einige Ruinen weisen noch auf ihre Existenz hin.
Welcher Ort eignet sich besser als Dunwich als Setting für eine Horror-Story? Die Katastrophe ist bereits in ihm angelegt.
Andere Plätze, die regelmäßig in Lovecrafts Erzählungen auftauchen sind: Tunnel, Höhlen, alte Häuser usw. Oft schreibt er auch über Orte, die beim Leser ein Gefühl der Klaustrophobie auslösen. Generell gilt: Je lebensunfreundlicher und unwirtlicher der Schauplatz, desto besser.

Einer von Lovecrafts Erzähl-Orten hat es zur Berühmtheit gebracht: Arkham. Diese fiktive Stadt basiert auf dem Vorbild von Salem, das für die brutalen Hexenprozesse bekannt wurde, die dort stattfanden.

2. Die Form des Berichts als realistische Textform für Übersinnliches

In seinem Text Berge des Wahnsinns taucht der archetypische Protagonist Lovecrafts auf – der Berichterstatter. Er reist an einen fremden Ort, um ihn zu erforschen und die Geschichte nimmt die Form eines Berichts an. Der Forscher schildert darin das Grauen, das ihn und seine Mitstreiter bei einer Antarktis-Expedition zu verschlingen droht. Lovecraft bedient sich einer Textform, die das Geschehen realistischer wirken lässt. Der Forscher, der in die Antarktis reist, um die Gegend für Bohrungen auszukundschaften, bleibt namenlos. Dieses Vorgehen lässt den Bericht noch echter erscheinen. Denn aus der Ich-Perspektive erzählt, ist die Nennung des Namens vollkommen belanglos. Lovecraft lässt den Leser unmittelbar am Erlebnis seines, im Normalfall traumatisierten, Helden teilhaben. Das Fehlen des Namens passt zum Tatsachenbericht eines Unbekannten, den wir als Leser niemals kennenlernen werden.

Der Augenzeugenbericht ist nur eine Möglichkeit dieser Textform. In anderen Fällen stößt der Erzähler auf die Aufzeichnungen eines Verdammten, der den Verstand oder das Leben verloren hat.

 

3. Details erzeugen Atmosphäre

Manche von Lovecrafts Geschichten könnte man als atmosphärisches Ausschweifen bezeichnen. Oft weisen sie nur minimale Handlung auf und erzeugen ein lebendiges Bild von der Umgebung, in die der Leser hineingesogen wird. Die Bedeutung der Wahl des Schauplatzes habe ich bereits erwähnt. Lovecrafts Erzähl-Orte wirken durch den Detailreichtum, mit dem er sie zum Leben erweckt. Der Erzähler bemerkt zunächst kleine Ungereimtheiten, die er zwar wahrnimmt, aber zunächst ignoriert. Doch der Leser weiß sofort, dass etwas passieren wird und so baut sich Stimmung auf. Der Protagonist handelt gegen die Intuition des Lesers. Lovecrafts Figuren wissen erst im Nachhinein, was die Detail bedeuteten, während der Leser schon die Spur des Verderbens wittert und um das Leben des Helden bangt.

Nicht zuletzt trägt Lovecrafts Fantasie zum Schrecken bei, der seine „völlig unbewohnbare Welt äonenalten Todes“ bewohnt. Wenn du deine eigene Geschichte schreibst, dann lass deinen Vorstellungen freien Lauf. Nichts ist zu abartig. Lass übermächtige Kräfte mit deinen Figuren spielen, bis sie vollkommen hilflos am Boden liegen und um ihr letztes Bisschen Verstand ringen. Und nicht vergessen: Wer schreiben will, kann niemals genug lesen.

 

Wenn du dein Lese-Repertoire erweitern und bessere Horrorgeschichten schreiben willst, schlage ich dir diese zwei Bände vor. Sie sind bereits auf meinem Nachtkästchen eingezogen.

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(Zitate aus „Berge des Wahnsinns“)

Hier geht’s zum vorherigen #Schreibinput

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2 Comments

  • Reply
    Yvonne
    Oktober 25 at 16:14

    Sehr coole Idee 🙂 Ich versuche mich mal an Gruselgeschichten für unsere Gäste! Danke für den Tipp!

    • Reply
      Effi Lind
      Oktober 25 at 16:28

      Super! Ich würde mich freuen, zu sehen, was dabei herausgekommen ist. Falls du Lust hast, es zu teilen :).

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