Als ich das erste Mal nach Israel reiste, dachte ich mir: „Hier halte ich es keine zwei Wochen aus!“ Ich war gerade zu Purim (ähnlich wie Karneval) nach Tel Aviv gekommen. Auf den Straßen wimmelte es von Menschen und laute Technomusik dröhnte durch die Stadt. Dazu muss ich sagen, dass ich Lärm und zu viele Leute an einem Ort gar nicht mag. Doch genau diese zwei Dinge sind charakteristisch für Israel. Trotzdem ist dieses Land für mich so etwas wie eine zweite Heimat geworden ist.

Israel ist ein Land der Widersprüche

Soldaten und Waffen sind Teil des alltäglichen Bildes, das man in den Straßen aller Städte hier zu sehen bekommt. Als wäre es das Normalste der Welt, marschieren hier 18-Jährige mit Waffen herum. Es liegt eine Spannung in der Luft, auch wenn sie oft in den Hintergrund tritt. Vor allem am  Strand oder in einer hippen Bar in Tel Aviv. Dennoch ist immer ein Gefühl der Bereitschaft spürbar. In eben diesem Land, das schon einige Kriege hinter sich hat, begrüßen sich die Menschen mit „Shalom“, was Friede bedeutet. Ich fand das immer eigenartig angesichts der angespannten politischen Lage. Aber vielleicht liegt in diesem Gruß der sehnliche Wunsch nach Frieden.

Auf den Straßen scheint ein ewiger Krieg zu herrschen, wer hier fährt braucht kein Radio, weil das Hupen ohnehin alles übertönt. Das ist vielleicht leicht übertreiben, aber Fahren in Israel bringt erhebliches Stresspotential mit sich. Dennoch wirken die Menschen außerhalb ihrer Autos entspannt, offen und freundlich. Tel Aviv sprüht vor Leben. Es ist eine Stadt, in der noch so viel Veränderung möglich scheint, so viele Chancen. Hier ist noch nichts entschieden und viele jungen Leute bauen unermüdlich an ihrer Traumstadt.

Der Israelische Spirit ist ansteckend

Die Lebendigkeit, die ich in Israel fühle, vermisse ich in meiner Heimat Österreich oft. Zwar funktionieren dort Dinge wie öffentlicher Verkehr, das Fahrverhalten und andere organisatorische Dinge besser. Allerdings bleibt das Spontane und Improvisierte auf der Strecke. Genau dafür liebe ich Israel, für die Improvisation. Auch in Tel Aviv habe ich den Eindruck, dass hier nicht überall geplant wurde, sondern eben mit den vorhandenen Mitteln improvisiert. Ich bewundere das Talent, das ich bei vielen Israelis gesehen habe, aus jeder Situation etwas zu machen, aus jeder Art von Material zu bauen und zu erfinden. 

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Kreativer Geheimtipp

Jedes Mal, wenn ich in Israel bin, fühle ich mich kreativer. In einem Land, wo nicht alles geregelt ist, wo man einfach mal machen kann was man will, fühle ich mich ungewohnt frei. Frei, laut auf der Straße zu reden. Frei, mich überall in der Stadt zu Hause zu fühlen und mich auszubreiten. Frei, meine Emotionen offen zu zeigen, auch gegenüber Fremden, weil das hier normal scheint. Dieses Umfeld öffnet auch mein Denken und so kreiere, schreibe und plane ich in Israel mehr als sonst. Gerade für Leute, die schreiben, fotografieren, Musik machen oder sonst in irgendeiner Weise kreativ arbeiten, ist Israel ein Abenteuer.

From Israel with Love,

Effi Lind

 

 

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7 Comments

  1. Dank Ihrer Geschichten und Fotos über Israel möchte ich wirklich dorthin gehen! Love, Svetty

    • Effi Lind Reply

      Yey! 😀 Das ist der Sinn dieses Posts. Alles Liebe, Effi

  2. Wow, du siehst so glücklich und voller Power aus 😀
    Kann deine Gefühle total nachvollziehen.
    Ich möchte irgendwann ein paar Monate nach Tunesien, nur um zu schreiben. Ist einfach in anderen Ländern ein ganz anderes Lebensgefühl, was so herrlich erfrischend und inspirierend ist.

    Liebe Grüße, Anja

    • Effi Lind Reply

      Es ist wirklich belebend, die Heimat für eine Zeit lang hinter sich zu lassen. Ich plane auch schon eine längere Schreib-Reise nach Marokko oder nach Asien. Wohin zieht es dich in Tunesien?

      Alles Liebe,
      Effi

      • Wir haben die Familie von meinem Mann in der Nähe von Tunis, darum bietet sich das an 🙂 Allerdings ist Tunis eher nicht mein Ding, genauso wenig wie alle anderen Touristenorte. Ich bin viel lieber im Inneren des Landes, im Atlasgebirge oder in der Wüste. Derzeit schwärme ich sehr von Douz, wo ich letztes Jahr die Gelegenheit hatte zwei Tage zu verbringen. Allerdings ist das von Tunis schon sehr weit weg. Wir waren 10 Stunden unterwegs mit dem Auto. Wunderschön ist auch Tabarka, dort gibt es Strand und Berge-und nur sehr wenig Touristen, eine wundervolle Mischung für mich.

        Liebe Grüße, Anja

        • Effi Lind Reply

          Das klingt wie ein Traum. Ich liebe die Wüste als Rückzugsort, es gibt dort so eine tiefe Stille. Dort lässt es sich wirklich gut schreiben.

          Liebe Grüße,
          Effi

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