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Digitale Verwirrtheit – nein, digital Detox

Es gibt Tage, da schaffe ich es nicht einmal, ein Paar gleiche Socken zu finden. An solchen Tagen scheint alles in meinem Leben in Frage zu stehen und ich fühle mich orientierungslos.

Digitale Verwirrtheit

Das hat mit der Flut an Bildern, Ideen und Worten zu tun, die jeden Tag auf mich einstürzt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Möglichkeiten, die das Internet bietet. Aber in manchen Momenten spüre ich, wie viel Kraft es mich kostet. Jedes Bild, auf das ich meine Augen richte, kostet mich eine Portion Aufmerksamkeit und Energie. Wenn das nur es nur ein paar davon wären, wie man ihnen im analogen Alltag begegnet, dann würde ich es gar nicht merken. Aber Seiten wie Instagram nehmen schon am frühen Morgen meine Aufmerksamkeit mit auf eine Reise rund um die Welt, in hunderte fremde Leben.

Dabei geht mir der Fokus auf das Eigene verloren. Ich weiß was Anna und Otto zum Abendessen hatten und wo Tina gerade am Strand liegt, aber wo meine zweite Socke ist, weiß ich nicht. Das nenne ich digitale Verwirrtheit.

Warum ich nicht alles teilen kann

Außerdem wird mir beim Bloggen und auf Social Media klar, dass es mir gar nicht so leicht fällt, zu teilen. Ich bin in der Hinsicht wohl eher introvertiert, aber ich möchte wirklich keine Fotos von meinem Frühstück oder von meinen Freunden posten und auch nicht über jede Krise auf meinem Blog schreiben. Das fühlt sich für mich an, als würde ich einen Teil meines Lebens an die digitale Unwirklichkeit verlieren.

Das Internet ist ein unendliches Netzwerk, in dem ich mich manchmal verliere wie in den Weiten des Alls. Frei schwebend, ohne jeden Bezug zum Boden und zur Erde. Deswegen habe ich mir notgedrungen einige Maßnahmen überlegt. Digital Detox.

Mein Wochenende verbringe ich generell ohne Internet, es sei denn, ich brauche es für eine dringende Arbeit. Um die morgendliche Desorientierung zu vermeiden, gebe ich mir auch Instagram-Verbot bis Mittag und Kanäle wie Youtube und Facebook nutze ich maximal eine halbe Stunde am Tag.

Erfundener Stress

Ich denke, dass viel Stress, den wir empfinden, oft nur aus dem Gefühl entsteht, dass wir zu viel machen und unendliche Möglichkeiten ausschöpfen sollten. Das Internet intensiviert diesen Stress, weil es uns einfach alles zeigt, ohne Filter. Von negativen Schlagzeilen, die einem das Frühstück versauen bis zu tausend Ratschlägen, wie man alles besser machen soll. Ich muss nicht überall sein, alles wissen und mich über alles ärgern. Dieser Satz widerspricht zwar meiner Neugier, die der Grund für meine Liebe zum Internet ist. Aber: Diese Hektik im Kopf ist absolut schädlich für mein Leben außerhalb des Computers. Deswegen wird es Zeit, dass ich ihm jetzt mal öfter den Saft abdrehe.

Wie geht es euch mit dem Internet?

Mehr zum Thema hier.

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5 Comments

  • Reply
    Bettina
    März 17 at 9:54

    Mir geht es ganz ähnlich. Das Internet und ich: eine (Hass)Liebe auf ewig, so wie es aussieht 😉. Versuchen wir, die richtige Dosis zu finden.

    Schöne Grüße aus Essen 🙋
    Bettina

    • Reply
      Effi Lind
      März 17 at 9:56

      😉 Es geht nicht ohne, aber oft auch nicht mit.

  • Reply
    Sabrina
    März 24 at 17:08

    die dosis macht das gift! 😉 …
    digital detox – was für ein zeitgemäß passender terminus und auch wichtige maßnahme in meinem persönlichen alltag! 🙂

    • Reply
      Effi Lind
      März 24 at 17:45

      Was machst du denn als digital detox? 🙂

  • Reply
    Sabrina
    März 24 at 21:52

    liebe effi! ich versuche meine digitale zeit auch bewusst zu begrenzen oder teilweise ganz zu vermeiden, bzw. meine destinationen im web genau auszuwählen.
    manchmal ist es eine wahre reizüberflutung, die auf mich wirkt – infos u. dabei entstehende gefühle zu filtern können anstrengend sein, finde ich.
    aber ganz ohne möchte ich auch nicht mehr sein, da es so viele vorteile gibt u. ich die moderne welt auch sehr gerne mag!
    da digitales schritt für schritt analoges ablöst, finde ich es dann umso schöner ein buch zu lesen, einen brief zu schreiben, zu zeichnen, in der natur zu sein oder in einem guten persönlichen gespräch, ganz egal wo, die zeit zu vergessen… …

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